Nach Berichten der Naturschutzinitiative unternimmt die Basalt AG einen neuen Versuch, um den Basaltabbau am Nauberg wieder aufnehmen zu können. Wir vom Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hachenburg stellen uns geschlossen gegen erneute Abbaupläne und fordern ein klares Bekenntnis der regionalen politischen Akteure sowie der Landesregierung zum dauerhaften Schutz des einzigartigen Waldgebietes.
Jahrzehntelang haben sich Bürger*innen, Naturschutzverbände und auch politische Vertreter*innen für den Nauberg eingesetzt. Allein die Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg“ kämpft seit mittlerweile 25 Jahren für dessen Erhalt. 2024 wurde das rund 425 Hektar große Areal endlich unter Schutz gestellt. Damit war es die erste Neuausweisung eines Naturschutzgebiets in Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren [zum Artikel: Landesforsten RLP, Mai 2024]. Auch eine Normenkontrollklage der Basalt AG gegen den Schutzstatus konnte daran nichts mehr ändern: Im Dezember 2025 lehnte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz die Klage ab und bestätigte die Schutzwürdigkeit des Naubergs [zum Artikel: PM SGD Nord, Dez. 2025].
Umso unverständlicher ist es für uns, dass die Basalt AG nun einen neuen Versuch zu unternehmen scheint, das Abbauverbot zu kippen. Nach Informationen der Naturschutzinitiative hat das Unternehmen am 22. Juni 2026 beim Landesamt für Geologie und Bergbau einen Antrag auf Befreiung von den Verbotsvorschriften der Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet gestellt [zum Artikel: Naturschutzinitiative, Aug. 2026].
Der Nauberg darf nicht zum Spielball in der Debatte „Natur gegen Wirtschaft“ werden
Für uns als Ortsverband Hachenburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat der Erhalt des Naubergs, dessen Waldbestand durch Abbaumaßnahmen unwiederbringlich geschädigt werden würde, Priorität vor den wirtschaftlichen Interessen der Basalt AG. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet war das Ergebnis einer umfassenden naturschutzfachlichen Bewertung. Die teils über 180 Jahre alten Buchenbestände bieten wichtigen Lebensraum für viele Tierarten. Auch für die Grundwasserbildung ist der Nauberg von großer Bedeutung für unsere Region. Durch einen Tagebau würde das Ökosystem in dem Areal zerstört bzw. zumindest massiv gestört.
Wir Grüne setzen uns weiter für den Nauberg ein
Auch Katrin Eder als ehemalige rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin und aktuelle grüne Fraktionsvorsitzende im Landtag verfolgt die neuen Entwicklungen im Westerwald. Sie hatte den Prozess zur Unterschutzstellung in ihrer Amtszeit als Ministerin mitvorangetrieben und 2024 das neue Naturschutzgebiet offiziell eingeweiht. Auch jetzt sichert sie ihre Unterstützung zu: „Es war ein ganz großer Erfolg, den Nauberg zum Naturschutzgebiet auszuweisen […] und gerade in diesen Hitzephasen, wo wir darüber reden, dass wir zu wenig Grundwasserbildung haben, sind solche Wälder unerlässlich – gerade für die Zukunft. Deswegen müssen wir alles dafür tun, zu verhindern, dass dieses Naturschutzgebiet eingeschränkt oder aufgehoben wird.“
Appell an Kreis- und Landesregierung
Gerade nach dem Regierungswechsel in Rheinland-Pfalz erwarten wir ein unmissverständliches Signal aus Mainz: Der Schutzstatus des Naubergs darf nicht infrage gestellt werden, das Abbauverbot muss aufrechterhalten werden. Viele Lokalpolitiker*innen aus VG- und Kreistagsfraktionen haben sich in den letzten Jahren für das Naturschutzgebiet ausgesprochen. Auch von dieser Seite kommt es jetzt darauf an, Haltung zu zeigen und sich weiterhin klar für den Nauberg als Naturschutzgebiet auszusprechen. Wirtschaftliche Interessen dürfen hier nicht schwerer wiegen als der dauerhafte Schutz eines ökologisch außergewöhnlichen und für die Region unverzichtbaren Waldgebietes.